Leben in den USA


Nachdem diverse Medien in Deutschland von der 6 stündigen Vollsperrung der A7 bei Göttingen berichtet haben, erinnerte ich mich an ein informatives Viedo der American Civil Liberties Union (ACLU), welches Tipps gibt, wie man sich am besten gegenüber Polizisten in den USA verhält: Busted – The ACLU video guide to surviving police encounters. (auf englisch)

Wer in den USA Auto fährt oder sich länger hier aufhält, sei dieser Film wärmstens empfohlen. Es sind gut investierte 45 Minuten.

Gespräch in einem Universitätscafé:

Kunde: „Entschuldigen Sie, ist die Milch in Ihrem Angebot organisch, oder können Sie ausschließen, dass Wachstumshormone wie rbST oder rbGH für die Milchproduktion verwendet wurden?“

Verkäuferin: „Die Milch kommt von der uni-eigenen Produktion direkt aus der Region. Das sind Uni-Kühe (lacht).“

Kunde: „Das ist ja schön – aber das heißt ja nicht, dass nicht auch in der Milchproduktion auf Bauernhöfen der Universität Wachstumshormone verwendet werden.“

Verkäuferin:
„(aggressiv) Glauben Sie mir – alles was in dieser Milch enthalten ist, ist gut für Sie.“

Na ja, die Bewertung ob Kuheiter, Hormone und Antibiotika gut für mich sind, überlasse ich anderen. So trinke ich weiterhin nur Milch zu Hause (für $2 den Liter), da weiß ich wenigstens eher, was drin ist. War ja auch nur so ’ne Frage…

Da frage ich Advocatus Ravioli noch gerade eben, wie teuer ein Knöllchen Deutschland ist, und schwupps, habe ich selber eins. Immerhin, der schlechten Nachricht folgen zwei gute: das Knöllchen soll nur $15 kosten, und, noch besser, auf der Rückseite heißt es:

The City of Ithaca has adopted an automatic waiver policy for certain violations. If this is your first overtime meter […] ticket within the past eighteen months, this ticket will be automatically dismissed. No further action is required.

Da ich bisher noch kein Knöllchen hatte, muss ich somit diesmal nichts bezahlen. Ich werde aber vorsichtshalber mal beim Traffic Violations Bureau anrufen. Und demnächst lasse ich meine Parkuhr am besten nicht direkt vor dem Court House ablaufen. (Nein, hatte nichts mit Herr Tissler zu tun.)

Der alternative Radiosender Democracy Now berichtet von einer Anhörung vor dem Supreme Court über Schulintegrationsmaßnahmen in einigen Verwaltungsbezirken.

Schulverwaltungen in Seattle und Lousiville (Kentucky) implementierten Richtlinien, nach denen Schüler unterschiedlicher Ethnien/Rassen möglichst gleichmäßig auf die Schulen innerhalb des Verwaltungsbezirks verteilt werden sollen. Demanch wurde es einigen Schülern nicht erlaubt, die Schule zu wechseln, um den „racial mix“ nicht zu gefährden. (mehr …)

Habe heute endlich meinen Führerschein erhalten. Wer meint, Bürokratie sei in den USA einfacher zu bewältigen, als in Deutschland, den kann ich nur müde belächeln. Das Verständnis, dass ich noch für alle möglichen Schikanen bei der amerikanischen Botschaft für die Beantragung meines Immigrant Visas aufbringen konnte, ging mir beim Secretary of State Office in Michigan für die Beantragung meines Führerscheins vollends verloren. Ich habe meinen Führerschein in Michigan beantragt, denn in New York müsste ich meinen deutschen Führerschein abgeben, um einen hiesigen zu erhalten (Führerscheine sind Angelegenheiten der Bundesstaaten). Glücklicherweise war ich bei der Einwanderungsbehörde in Michigan registriert, so dass dies prinzipiell möglich war.

Allerdings haben sich die Behördenmitarbeiter schon ziemlich dämlich angestellt. Alle Dokumente waren soweit vorhanden; allerdings wollte die nette Sachbearbeiterin meinen internationalen Führerschein nach dem „Übereinkommen über den Straßenverkehr vom 8. November 1968“ nicht als Übersetzung meines deutschen Führerscheins akzeptieren, auch wenn beide von der gleichen deutschen Führerscheinstelle ausgestellt waren. Immerhin bat sie mich gleich einmal, den theoretischen Test zu absolvieren. Den Test und einen Bleistift in der Hand, durfte ich mich dann im Überfüllten Wartesaal in eine Ecke setzen und meine Kreuzchen machen. (mehr …)