Deutschland von Außen


Das Thema Studiengebühren scheint nach wie vor das Reizthema zu sein, wenn es um deutsche Bildungspolitik geht. Die Thematik ist mir nicht ganz unbekannt – als ich noch in England studiert habe, erreichte die Deabtte um eine Verdreifachung der Studiengebühren gerade ihren Höhepunkt. Schon allein deshalb bin ich mit vielen Argumenten gut vertraut.

Für mich als Außenstehender drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass in Deutschland selten eine holistische Betrachtungsweise von Bildungspolitik vorgenommen wird. Oftmals drehen sich die Diskussionen (soweit ich das in der Presse von hier verfolgen kann) um einzelne Aspekte, die losgelöst betrachtet werden; ob es sich um Studiengebühren, Eliteuniversitäten oder PISA Studie handelt.

In diesem Beitrag werde ich versuchen, zahlreiche bildungspolitische Aspekte zusammenhängend und nüchtern zu betrachten. Die Thematik hat für mich schon insofern Relevanz, als das ich Deutschland (unter anderem) ja gerade deshalb verlassen habe, weil ich mir im Ausland bessere Bildungschancen versprochen habe. Und gerade die daraus resultierende Frage – war dies eine gute Entscheidung? – ist eine der Zentralen Fragen, die dieses Blog zu thematisieren versucht.

Der folgende Beitrag dreht sich dabei um ein (vermeintliches) Paradoxon – einerseits stimme ich weitestgehend der Argumentation vom bekennenden Gebührengegner Michael Hartmann, Soziologieprofessor an der TU-Darmstadt, zu; andrerseits würde ich mich nicht direkt als Gegner von Studiengebühren in Deutschland bezeichnen. (mehr …)

Ich lese gerne internationale Presse. Ob Le Monde Diplomatique, The Economist, The New York Times, oder The Guardian: jeden Tag überfliege ich soviele unterschiedliche Medien, wie möglich. Dabei erfährt man auch so einiges über Deutschland, was man in deutschen Medien nie, oder nur selten, erfahren würde.

Und natürlich schafft es nur der britische Economist, einen Artikel mit dem Satz zu beginnen:

Women can also read.

Der Artikel handelt davon, dass in deutschen Zeitungsverlagen auffallend wenig Frauen in Verantwortungspositionen sitzen. Wen das nicht überrascht, dem sei verdeutlicht, wie wenig Frauen bei einigen Zeitungen als führende Redakteure arbeiten: bei Handelsblatt, Wirtschaftswoche und Der Spiegel nämlich beispielsweise keine einzige.

Aber auch bei anderen Zeitungen sind im internationalen Vergleich wenig Frauen in den Top-Positionen. Kein wunder also, dass deutsche Medien nicht gerade dazu geneigt sind, sich selber so zu offenbaren (Der Economist behauptet übrigens, ein Drittel seiner Top-Redakteure seien Frauen).

Dem Spiegel wurde dann auch noch eine ganz besondere „Macho-Kultur“ unterstellt. Das Erklärt natürlich einiges: Der Spiegel kann gar keine Frauen einstellen – welche Frau möchte schließlich schon freiwillig mit Matthias Matussek arbeiten?