Ein Freund von mir, der am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam studiert, kam gestern vorbei. Zufaellig hoerte ich zuvor vom tollen IT-Gipfel der Bundeskanzlerin an eben jenem Institut im Radio. Auf Nachfrage, speziell auch auf die 1,2 Mrd Euro Foerdergelder, entgegnete mein Freund nur: „Da hat der Hasso ja gute Lobbyarbeit geleistet. Das Geld geht hauptsaechlich an Grossunternehmen, die in ‚Zukunftstechnologien‘ forschen.“

Ist mal wieder typisch: Unternehmen sind zu feige Investitionen zu taetigen, und der Bund springt ein. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die Rendite der Foerdergelder der Allgemeinheit zufliessen wird. Auch ueber den Fachkraeftemangel im IT-Sektor konnte mein Freund nur lachen: „Bei den Loehnen, die hier gezahlt werden, nicht gerade verwunderlich.“

Bleibt noch anzumerken, dass dieser offene Brief der vertreter der deutschen Zivilgesellschaft wohl auch ungehoert blieb. Man haette ja in einem Bereich fuehrend werden koennen – und sei es in der Debatte, welche Implikationen Zukunftstechnologien auf das zukuenftige gesellschaftliche Leben haben koennten und haben werden. Aber man wollte wohl keine kritischen Denker bei den Photo-Ops mit den Vertretern von SAP, Siemens & co, wenn man ihnen mal eben 1,2 Mrd Euro hinterher wirft.

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