Zunächst einmal vielen Dank für Deine Antworten/Reaktionen. Hinsichtlich Deiner Frage, warum ich „Firmen ins schlechte Licht“ rücke, laß mich soviel sagen: gerade in der heutigen Arbeitsmarktsituation in Deutschland und dem Konkurrenzdruck, den junge Menschen dort vorfinden, drängt es immer mehr Leute ins Ausland, weil sie sich davon einen Vorteil versprechen. Das dies viele kommerzielle Unternehmen auf den Plan ruft, die sich durch Dienstleistungen für solche Studenten eine goldene Nase verdienen wollen, ist demnach nicht weiter überraschend. Nicht umsonst geht die EU inzwischen gegen dubiose Sprachreiseveranstalter vor.

Auch die Operationen von College-Contact sind dem Anschein nach kommerziell. Du behauptest in Deinem Kommentar: „Das ganze Geschäft war auch ursprünglich eine rein ideologische Idee, Leuten zu helfen, ganz ohne Geld.“ Das ist in der Tat eine sehr interessante Behauptung. Zum einen bekommt Ihr ja Geld von den Partnerhochschulen für Eure Vermittlung/Beratung. Aber Ihr vermittelt ja auch an andere Universitäten, wie Du richtig anmerkst. Dazu heißt es jedoch auf der Wer-Wir-Sind-Seite von College-Contact wörtlich:

Interessieren den Kunden andere Hochschulen, hilft unser kostenpflichtiger Suchservice oder Bewerbungsservice auch unabhängig weiter. [Hervorhebung von mir]

Folglich bietet Ihr zwei Arten von Service an: Einen kostenpflichtigen Service, der „unabhängig“ berät, und einen kostenlosen, der Euch von den Unis bezahlt wird. Von Interessenvermischung etc.pp. will ich gar nicht mal anfangen – aber unter unabhängiger Beratung verstehe ich etwas anderes. Es bleibt dem Kunden überlassen zu mutmaßen, welcher Service Euch mehr Geld einbringt – und Du hast recht: jeder sollte sich sein eigenes Bild über Deine Firma machen.

Zu der Behauptung, Ihr hättet auch „viele renommierte Unis wie die UC Berkeley, UCLA, Boston University etc.,“ im Angebot: auch das ist richtig, bloß wieder nur die halbe Wahrheit. Ihr habt nämlich lediglich deren „Summer Sessions“ im Angebot. Summer Sessions sind kurze Sommerprogramme, die manchmal durchaus sinnvoll sind, aber auch viel Geld kosten. Aufnahmekriterien gibt es meist kaum, jeder kann sich im Prinzip in diese Programme einschreiben, und einen Abschluss oder ein Zertifikat gibt es meist auch nicht.

Wie gesagt, für manche Leute lohnen sich diese Programme, da sie vermeintlich gut im Lebenslauf aussehen. Allerdings können auch diese drei Angebote nicht darüber hinwegtäuschen, um was es geht: Geld. Die meisten renomierten Hochschulen in den USA bieten Summer Sessions an. Meist werden diese von jungen Professoren unterrichtet, die sich was Geld hinzuverdienen möchten. Das ist auch alles nicht weiter verwerflich, aber die Unis verdienen sich eben ein kleines Zubrot und geben Euch im Endeffekt etwas davon ab, wenn Ihr ihnen Leute vorbeischickt.

Was mich an Deiner Seite nun stört ist, dass Du Dich als selbstlosen Samariter gibts, der durch „unabhängige“ und „kostenlose“ Beratung jungen Menschen zum Auslandsstudium verhelfen möchte. Ich empfinde eine solche Fassade als unseriös und kann Leuten nur empfehlen sich wirklich unabhängige Beratung zu holen. (Allein bei der amerikanischen Botschaft findet man die wichtigsten Informationen.)

Mir rechtliche Schritte anzudrohen steht Dir natürlich weiterhin frei. Sollte es tatsächlich Aussagen meinerseits zu beanstanden geben, teile dies bitte sachlich mit, und ich werde meine Aussagen nochmals überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Ansonsten wünschen ich Euch noch einen angenehmen Tag und frohes Schaffen.

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