College-Contact macht mich jetzt auch wirklich ärgerlich. Es gibt viele naive junge Leute, die von allen Seiten eingetrichtert bekommen „Sucht eine Nische auf dem Arbeitsmarkt! Stecht heraus!“ Ein Weg, der vielen jungen Menschen dabei nahegelegt wird, ist die Qualifikation im Ausland. Klar, wir leben in einer globalisierten Welt. Da liegt es doch nahe, ein paar Semester, oder ein ganzes Studium, im Ausland zu absolvieren.

Dagegen habe ich gar nichts. Ich finde das Ausland spannend, lerne gerne neue Orte/Kulturen/Menschen kennen. In meinem jetzigen Studiengang sind drei Deutsche, zwei Türken, zwei Briten, ein Koreaner, und nur ein Amerikaner. Ich finde dies spannend und anregend.

Allerdings habe ich ganz alleine hierhin gefunden. Wäre es ein Reinfall gewesen, es wäre allein auf meinem Mist gewachsen. Und ja, es gibt viele gute und seriöse Organisationen (von denen ich noch berichten werde), die seriöse Informationen und gute Beratung anbieten. Kostenlos, und manchmal auch nicht kostenlos.

Wenn aber ein Unternehmen die Naivität junger Menschen ausnutzt, die es nicht besser wissen, dann geht mir die Galle hoch! Gerade im Bezug auf ein Studium in den USA kenne ich mich sehr gut aus. Ich bin hier Ausländer; musste alle Hürden durchlaufen. Meine Frau ist Amerikanerin, weiß was hier los ist. Wir beide studieren an einer sehr renomierten Universität. Wir beide kennen uns mit dem Bildungssystem, dem Land, den Gesetzen und den Gepflogenheiten hier aus (und keine Sorge, wir sind beide sehr kritisch denkende Menschen). (mehr…)

Es tut mir leid, nochmal auf College-Contact rumreiten zu müssen. Aber Ramon Tissler hatte recht: ich habe wirklich nicht gut recherchiert. Die Sache ist nämlich noch viel schlimmer, als ich bisher angenommen hatte!

Mir wäre gerade fast das gute Essen wieder hochgekommen, was ich bei meinem Prof bekommen habe. Ich habe nämlich nochmal einen genaueren Blick auf College-Contact.com geworfen und einige wirklich dubiose Dinge gefunden. (mehr…)

Einer meiner Profs für politische Theorie lud heute den ganzen Kurs zum Dinner bei sich ein. Bei entspanntem Ambiente konnte man ihm dabei so einige Informationen entlocken. Nicht nur ist er (aller Wahrscheinlichkeit nach) ein entfernter Verwandter eines berühmten Schachspielers. Nein, trotz seines gestandenen Alters findet er auch den Film von Borat ausgezeichnet. Allerdings nicht so gut wie die Fernsehserie von Ali G, „die ich mir regelmäßig anschaue.“ Morgen Abend findet eine Pokerrunde bei ihm statt.
Alles in allem ein vergnüglicher Abend. Und schaden kann es ja auch nicht, seine Lehrkörper ein wenig von der persönlichen Seite zu kennen.

Es war grau heute…

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Da frage ich Advocatus Ravioli noch gerade eben, wie teuer ein Knöllchen Deutschland ist, und schwupps, habe ich selber eins. Immerhin, der schlechten Nachricht folgen zwei gute: das Knöllchen soll nur $15 kosten, und, noch besser, auf der Rückseite heißt es:

The City of Ithaca has adopted an automatic waiver policy for certain violations. If this is your first overtime meter [...] ticket within the past eighteen months, this ticket will be automatically dismissed. No further action is required.

Da ich bisher noch kein Knöllchen hatte, muss ich somit diesmal nichts bezahlen. Ich werde aber vorsichtshalber mal beim Traffic Violations Bureau anrufen. Und demnächst lasse ich meine Parkuhr am besten nicht direkt vor dem Court House ablaufen. (Nein, hatte nichts mit Herr Tissler zu tun.)

Zunächst einmal vielen Dank für Deine Antworten/Reaktionen. Hinsichtlich Deiner Frage, warum ich „Firmen ins schlechte Licht“ rücke, laß mich soviel sagen: gerade in der heutigen Arbeitsmarktsituation in Deutschland und dem Konkurrenzdruck, den junge Menschen dort vorfinden, drängt es immer mehr Leute ins Ausland, weil sie sich davon einen Vorteil versprechen. Das dies viele kommerzielle Unternehmen auf den Plan ruft, die sich durch Dienstleistungen für solche Studenten eine goldene Nase verdienen wollen, ist demnach nicht weiter überraschend. Nicht umsonst geht die EU inzwischen gegen dubiose Sprachreiseveranstalter vor.

Auch die Operationen von College-Contact sind dem Anschein nach kommerziell. Du behauptest in Deinem Kommentar: „Das ganze Geschäft war auch ursprünglich eine rein ideologische Idee, Leuten zu helfen, ganz ohne Geld.“ Das ist in der Tat eine sehr interessante Behauptung. Zum einen bekommt Ihr ja Geld von den Partnerhochschulen für Eure Vermittlung/Beratung. Aber Ihr vermittelt ja auch an andere Universitäten, wie Du richtig anmerkst. Dazu heißt es jedoch auf der Wer-Wir-Sind-Seite von College-Contact wörtlich:

Interessieren den Kunden andere Hochschulen, hilft unser kostenpflichtiger Suchservice oder Bewerbungsservice auch unabhängig weiter. [Hervorhebung von mir]

Folglich bietet Ihr zwei Arten von Service an: Einen kostenpflichtigen Service, der „unabhängig“ berät, und einen kostenlosen, der Euch von den Unis bezahlt wird. Von Interessenvermischung etc.pp. will ich gar nicht mal anfangen – aber unter unabhängiger Beratung verstehe ich etwas anderes. Es bleibt dem Kunden überlassen zu mutmaßen, welcher Service Euch mehr Geld einbringt – und Du hast recht: jeder sollte sich sein eigenes Bild über Deine Firma machen.

Zu der Behauptung, Ihr hättet auch „viele renommierte Unis wie die UC Berkeley, UCLA, Boston University etc.,“ im Angebot: auch das ist richtig, bloß wieder nur die halbe Wahrheit. Ihr habt nämlich lediglich deren „Summer Sessions“ im Angebot. Summer Sessions sind kurze Sommerprogramme, die manchmal durchaus sinnvoll sind, aber auch viel Geld kosten. Aufnahmekriterien gibt es meist kaum, jeder kann sich im Prinzip in diese Programme einschreiben, und einen Abschluss oder ein Zertifikat gibt es meist auch nicht.

Wie gesagt, für manche Leute lohnen sich diese Programme, da sie vermeintlich gut im Lebenslauf aussehen. Allerdings können auch diese drei Angebote nicht darüber hinwegtäuschen, um was es geht: Geld. Die meisten renomierten Hochschulen in den USA bieten Summer Sessions an. Meist werden diese von jungen Professoren unterrichtet, die sich was Geld hinzuverdienen möchten. Das ist auch alles nicht weiter verwerflich, aber die Unis verdienen sich eben ein kleines Zubrot und geben Euch im Endeffekt etwas davon ab, wenn Ihr ihnen Leute vorbeischickt.

Was mich an Deiner Seite nun stört ist, dass Du Dich als selbstlosen Samariter gibts, der durch „unabhängige“ und „kostenlose“ Beratung jungen Menschen zum Auslandsstudium verhelfen möchte. Ich empfinde eine solche Fassade als unseriös und kann Leuten nur empfehlen sich wirklich unabhängige Beratung zu holen. (Allein bei der amerikanischen Botschaft findet man die wichtigsten Informationen.)

Mir rechtliche Schritte anzudrohen steht Dir natürlich weiterhin frei. Sollte es tatsächlich Aussagen meinerseits zu beanstanden geben, teile dies bitte sachlich mit, und ich werde meine Aussagen nochmals überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Ansonsten wünschen ich Euch noch einen angenehmen Tag und frohes Schaffen.

Ramon Tissler ist ein fleißiger Mensch. Nach dem BWL-Studium verschlug es ihn für zwei Jahre an die University of Mobile, eine christliche Universität an der Küste von Alabama im tiefsten Süden der USA, und beschreibt seine Erfahrung dort unter anderem so:

Das Leben an der Uni ist auf der einen Seite sehr persönlich, weil man ein enges Verhältnis zu den Studenten bekommt, die auf dem Campus wohnen. Daraus sind viele enge Freundschaften, besonders zu den Mitbewohnern entstanden. Ansonsten ist das „Leben“ sprich Sex, Drugs and Rock&Roll sehr begrenzt, da die Baptistische Kirche Alkohol verbietet, genauso wie Frauen in Männerhäusern bzw. auch andersherum, was für manche ziemlich ätzend sein kann.

Immerhin bekam Tissler in Mobile einen MBA im Fach Marketing. Weil ihn sein Auslandsaufenthalt sehr fasziniert zu haben scheint, entschied er sich, anderen Studenten das Ausland näher zu bringen. Er gründete die Webseite college-contact.com im Rahmen eines Existenzgründerwettbewerbs des RCDS (der Studentenorganisation der CDU) „unter [der] Schirmherrschaft von Dr. Jürgen Rüttgers und Dr. Lothar Späth“ und belegte dort den zweiten Platz.

College-Contact scheint ein toller Service zu sein, denn

College-Contact.com bietet einen unabhängigen kostenlosen Beratungsservice per Telefon, Email oder vor Ort in Münster an. Wir können diesen Service kostenlos anbieten, da wir uns mit Werbung auf der Internetseite finanzieren und von den ausländischen Hochschulen, die wir offiziell hier in Deutschland repräsentieren, Marketingbudgets erhalten. Unsere konkrete Beratung und Bewerbung zu Studienprogrammen von all unseren Partnerhochschulen ist demnach ebenfalls kostenlos.

Fragt sich nur, wie ein Beratungsservice „unabhängig“ (sic!) sein kann, wenn sich die Firma selbstredend durch Marketingbudgets ausländischer Universitäten finanziert. Aber nun gut, schauen wir doch mal, was die Seite so anbietet. Schnell mal auf die Sektion „Bachelor Abschlüsse“ geklickt und, oha, eine lange Liste mit Universitäten, für die College-Contact Werbung macht kostenlose Einschreibungshilfe anbietet. Vom renomierten Seattle Central Community College (für läppische $13.284,75 im Jahr) bis zur bekannten Montana State University ($12.700/Jahr) ist das Who-is-Who internationaler Bildungsschmieden im Angebot von College-Contact vertreten. (mehr…)

„Endlich Nichtraucher“ Autor Allen Carr ist letzte Woche im Alter von 72 Jahren gestorben – an Lungenkrebs. Ob es mich nun beruhigen soll, dass ich in meinem Leben noch nie 100 Zigaretten an einem Tag geraucht habe, wie Carr es in seinen Rauchertagen routinemäßig praktizierte, weiß ich nicht.

Vielleicht sollte ich mir trotzdem noch einmal in den Hintern treten. Sein Buch habe ich auch noch irgendwo bei mir rumfliegen. Und schließlich möchte ich nicht irgendwann wie Mark Twain von mir behaupten: „Das Rauchen auzugeben ist das einfachste in der Welt. Ich weiß das, denn ich habe es schon tausende male getan.“

Der alternative Radiosender Democracy Now berichtet von einer Anhörung vor dem Supreme Court über Schulintegrationsmaßnahmen in einigen Verwaltungsbezirken.

Schulverwaltungen in Seattle und Lousiville (Kentucky) implementierten Richtlinien, nach denen Schüler unterschiedlicher Ethnien/Rassen möglichst gleichmäßig auf die Schulen innerhalb des Verwaltungsbezirks verteilt werden sollen. Demanch wurde es einigen Schülern nicht erlaubt, die Schule zu wechseln, um den „racial mix“ nicht zu gefährden. (mehr…)

In den USA gibt es viele gute Universitäten. Neben den berühmten Ivy League Universitäten gibt es zahlreiche öffentliche und private Universitäten mit Weltruf. Allerdings gibt es immer mehr Menschen, die sich an diesen Institutionen bewerben, und so wird es immer schwieriger, einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Anfang der 90er Jahre nahm Harvard noch fast jeden sechsten Bewerber auf, heute schafft es noch nicht mal jeder zehnte. Das gleiche Phänomen ist an so ziemlich allen „besseren“ Universitäten zu beobachten.

Dies wirft einige Fragen auf, z.B. wer es denn letztendlich schafft, einen der begehrten Plätze zu erhaschen. Wieviel Chancengleichheit gibt es? Und was sollte man einen Politiker beim nächsten mal fragen, wenn er oder sie fordert, Deutschland brauche auch ein Harvard?

Fragt man bei den Universitäten, so ist die Sache eindeutig: die Auswahl werde meritokratisch vorgenommen, d.h. es werde schlicht nach Leistung ausgewählt. Kein Student werde aus finanziellen Gründen abgelehnt, und jeder, der den akademischen Ansprüchen genüge, bekäme ein Studienplatzangebot, gegebenenfalls mit großzügiger finanzieller Förderung. Klingt alles wunderbar, wenn es nur der Wahrheit entspräche. Leider ist die Geschichte der Aufnahmeverfahren an den Top-Unis eine Geschichte von Antisemitismus, Rassismus, sozialer Auslese und Diskrimierung. Und diese Geschichte zieht sich bis in die heutige Zeit. (mehr…)

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